Die Prophezeiung & Kehrtwende zum Guten?

von Jens Behrens (Kommentare: 0)

HSV

Mal wieder ein Sonntag-Nachmittag-Spiel und wieder einmal zum Totensonntag oder besser gesagt Ewigkeitssonntag. Und die Aussichten waren zum Ende des 13. Spieltages des Bundesliga mehr als düster. Augsburg gewinnt gegen dezimierte Wölfe, Freiburg schlägt Mainz und unser HSV drohte zum ersten Mal in dieser Saison ein direkter Abstiegsplatz. Bereits vor Wochen hatte ich mich damit beschäftigt, wie wir ganz persönlich das verhindern könne und was bei uns und dem Bully womöglich Schuld daran haben könnte, dass der Erfolg einfach nicht wieder zurückkommen will.

 

Vor 12 Jahren und 2 alten VW-Bussen zurück befanden wir uns noch auf dem Weg nach Monaco. 2005 war es – fast zur selben Zeit und jetzt ist statt Herbst am Mittelmeer, norddeutsche Wintertristesse mit Abstiegssorgen angesagt. Es muss also was geben, was wir damals anders gemacht haben. Mir fiel nur eine Sache ein, die damals ganz anders war – es verzierte NICHTS GRÜNES unseren Bus bzw. hing an unserer Anhängerkupplung... Gesagt getan – also ab mit dem Schal und her mit dem Erfolg. Was gegen Bayern noch nicht ganz klappte (der grüne Stoff-Fetzen war statt an der Anhängerkupplung im Kofferraum), brachte uns bereits gegen Stuttgart 3 Punkte und ich war optimistisch, dass das gegen Hoffe wieder klappt. Um zu sehen, ob meine Vorhersage auch eintritt, meldete ich schon vor geraumer Zeit meine Ansprüche auf den Fahrersitz an. Ganz nebenbei erhoffte ich mir natürlich auch eine schöne gemächliche Alte-Herren-Tour... Und so kam es denn auch. Mit von der Partie waren dieses Mal von der Stammcrew noch Cord, Coco, Hardy sowie als Gäste Sascha de Groot, Hartwig Lühmann und Anja Krohn (direkt Zustieg in Hamburg). Markus musste leider kurzfristig aus familiären Gründen passen, sodass dieser Platz leer blieb.

 

 

Pünktlich 12.00 Uhr ging es los. Ob auch die alte Tradition der Abmelde-Runde zum späteren Sieg beigetragen haben mag – wer weiß das schon. Zumindest ging es zur Sicherheit quer durch Elsdorf über Bockhorst nach Wistedt und von dort an dem Zappel-Schuppen vorbei zu Hartwig nach Wehldorf. Den ersten Aufregern zur unebenen Straßenführung oder der vielbefahrenen Bundesstraße zum Trotz kamen wir ohne Probleme um 13.20 Uhr an der S-Bahn-Station Eidelstedt an. Durstig waren die Jungs nicht. Bisschen Bier und mehr Müdigkeit als Feierlaune waren zu notieren. Das lag beim ein oder anderen am absehbar harten Wochenende. Dart, Geburtstagsfeiern, Kampfklampfen-Konzert und der HSV – das kann schon mal bisschen viel werden ;-)
Egal – mir sollte es recht sein...



Christian Krohn war beim Treff in Eidelstedt ebenfalls dabei und optimistisch - er prophezeite einen ungefährdeten Kantersieg. Woher auch er seinen Optimismus nahm? Ich weiß es nicht. Das Hamburger Schmuddelwetter mit feinen kalten Landregen konnte dazu nicht beigetragen haben. Die Ausdünstungen von Coco verschafften dem Bully-Innenraum einen Hang von Subtropen oder wie Dito es formulierte – schalte mal die Heizung runter, sonst sieht das hier bald aus wie in einem türkischen Dampfbad. Eben noch kurzärmelig auf dem Fussweg und dann im Bully verkriechen. Es schien kein Maurerwetter zu sein. Und so fragte sich Coco mehrfach laut, warum er sich heute von seiner Couch wegbewegt hat.
Kurz nach 14.30 Uhr begaben wir uns auf den Weg zum Stadion. Ich stattete mich noch schnell mit einer Mütze aus (den letzten Glücksbringer des Tages). Mehrfach schon hat mir eine solche Kopfbedeckung nicht nur das wenige Haupthaar trocken gehalten, sondern auch drei Punkte beschert (Anmerkung der Redaktion: siehe FAhrtbericht HSV-Dortmund Bundesliga 2012/2013
4. Spieltag, 22.09.2012). Damit war nun auch der letzte Trumpf gezogen.

 


Im Stadion war die Sicht im Block 24a nur eingeschränkt zu genießen. Und von hinten musste ich mich mehrfacher Attacken auf meinem Glücksbringer erwehren. Dazu sorgte auch noch eine Fahne im mittleren Abschnitt für verdeckte Sichtverhältnisse. DANKE dazu! Die Stimmung im Rund war trotzdem mal wieder super. Richtiger Support von den Rängen! Und unsere Jungs kamen nach einem Hallo-Wach-Effekt auch ganz gut in die Partie. Das 1:0 tat dann auch sein übriges. Hoffe fiel nur durch ständiges Lamentieren auf aber unsere Elf überzeugte insbesondere durch geradliniges Spiel über die Außen und Tempo bei den Offensiv-Aktionen. Doch die Chancen wurden einfach nicht genutzt und wenn man die Dinger vorne nicht macht – sie hinten später kassiert... Doch Kollege Krohn prophezeite kurz nach Anpfiff zur zweiten Halbzeit erneut. „Wir werden hier auf unserem Ende die Tore sehen und da hinten passiert nix – gar nix. Ganze zwei Tore fallen hier noch!“ Ich hatte da so meine Zweifel, denn in der Vergangenheit waren wir nur selten in der Lage, diese Art von Spielen zu gewinnen. Doch es sollte bekannterweise schließlich anders kommen. Das Tor von Kostic ging nahezu komplett unter. Zum einen, weil alle dachten, der Spielerwechsel van Drongelen für Hunt sei noch nicht abgeschlossen gewesen und zum anderen weil der Lappen von Fahne vor unseren Augen herumflatterte und uns die Sicht nahm. Aber egal – Tor in Hamburg und das 2:0 bedeutete eine Vorentscheidung. Nachdem Schipplock und Diekmeier das Tor nicht machten, haute Jung schließlich die Pille zum 3:0 rein. Der Jubel kannte keine Grenzen – ich streckte die Mütze in die Luft und alle bösen Omen waren Geschichte. So stand dann auch nach 90 Minuten ein relativ ungefährdeter Sieg auf dem Tableau. Siegestrunken ging es mit Würth-Helm zurück zum Bully. Trotz des überwältigenden Erfolges ließen es meine Mitfahrer weiterhin ruhig angehen. Der eine oder andere sehnte sich nach sentimentaler Musik (Schlaflied – Lotto King Karl) und wiederum andere hatten Bock auf Romantik. Ach was für eine Stimmung im Bully. Tatsächlich eine Sonntag-Nachmittag-Alte-Herren-Tour und ich war froh, dass ich bereits gegen 19.45 Uhr den Schlüssel rumdrehen konnte. Erste Fahrerwertung 2017/2018 abgeschlossen, drei Punkte und die Jungs alle wieder abgeliefert. In Anbetracht der weiteren Spielansetzungen steht jetzt schon fest: Auf Grund akuter Terminflut war es das 2017 für mich und den HSV.

 


Rückblickend kann ich feststellen, dass auf Grund einer turbulenten Rückrunde ich im Volkspark in den vergangenen 12 Monaten mehr feiern und lachen als weinen musste. Für die Zukunft hoffe ich auf eine Wende zum Guten – ohne grüne Stoff-Fetzen am Bully und damit einhergehend ordentliche Heimsiege. Auf ein neues besseres Jahr 2018!!!!

In diesem Sinne bis zur nächsten Fahrerwertung...

Jens

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